Dr. Drevs working
SanaFontis Nurse

Molekular-zielgerichtete Therapien

Durch die zunehmenden Kenntnisse über die biologischen Abläufe innerhalb der Krebszelle ist die Standardtherapie in den letzten Jahren um Substanzen erweitert worden, die diese Abläufe blockieren und das Wachstum der bösartigen Zellen stoppen können.

Angiogenese-Hemmer

Ein wichtiges Therapiekonzept stellt die Anti-Angiogenese dar. Sie führt dazu, dass dem Tumor, der dringend Nährstoffe für sein Wachstum braucht, die Blutversorgung und damit die Nährstoffzufuhr, abgeschnitten wird. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Gabe von so genannten Gefäßblockern (Angiogenese-Hemmern) das Krebswachstum nicht nur stoppen, sondern auch eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Auf diese Weise lässt sich eine Krebskrankheit zwar nicht heilen, aber sehr gut unter Kontrolle bringen und in vielen Fällen die Bildung von Tochtergeschwülsten verhindern.

Das Ärzteteam der Tumorklinik SanaFontis war maßgeblich bei der Entwicklung solcher Medikamente beteiligt und stellt nun seine ganze Erfahrung auf diesem neuen Gebiet seinen Patienten zur Verfügung.

 
Antikörper

Bei ca. zwei bis drei von zehn Frauen mit Brustkrebs ist eine Behandlung mit dem Antikörper Trastuzumab  sinnvoll. Und zwar dann, wenn die Gewebeproben ihrer Tumoren eine molekularbiologische Besonderheit aufweisen: eine Überexpression von HER2.

Trastuzumab  ist ein monoklonarer Antikörper, der sich nur an diesen Rezeptor bindet. Er blockiert die Aufnahme von Wachstumsfaktoren, die die Tumorzelle zur Teilung anregen und kann somit die Bildung von Metastasen verhindern.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die adjuvante (gleich nach der Operation) Gabe von Trastuzumab zusätzlich zur Chemotherapie das Rückfallrisiko deutlich senken kann.  Bei Frauen mit Brustkrebs, deren Tumor kein HER2 aufweist, bleibt diese Therapie wirkungslos.

 
Inzwischen gibt es auch Hoffnung für Patienten mit metastastiertem Darmkrebs, die auf die Standardtherapie nicht angesprochen haben. Denn mit dem neuen Wirkstoff Cetuximab kann in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Irinotecan bei mehr als die Hälfte dieser Patienten ein teilweiser oder vollständiger Rückgang oder zumindest eine Stabilisierung der Erkrankung des Tumors erzielt werden.

Cetuximab  ist ein monklonarer Antikörper, der für die Behandlung von Dikckdarmkrebs zugelassen ist. Er heftet sich an einen Rezeptor mit der Bezeichnung EGFR, der bei 80 % der Patienten mit Darmkrebs überexprimiert ist. Dadurch hemmt er sowohl das weitere Wachstum des Tumors als auch die Ausbildung von Tochtergeschwülsten. Darüber hinaus kann Cetuximab die Fähigkeit der Tumorzellen behindern, sich nach einer Chemo- oder Strahlentherapie zu regenerieren.

Auch bei der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren hat sich Cetuximab als wirksam erwiesen. Auch bei weiteren Tumoren wird die Wirkung von Cetuximab erprobt. Da eine Zulassung hierfür noch aussteht kann in Einzelfällen ein so genannter Off-Label-Use außerhalb der Zulassung erfolgen.