Immuntherapie
Ziel der Immuntherapie ist es, die Abwehrkräfte des Körpers allgemein oder speziell gegen entartetes Gewebe zu steigern. Dies kann durch so genannte Zytokine (Gewebshormone) oder durch die Gabe von Antikörpern erreicht werden. In jüngster Zeit werden auch Impfungen und impfähnliche Verfahren experimentell eingesetzt. Bei der spezifischen Immuntherapie werden körpereigene Abwehrzellen gegen bestimmte Tumorarten „scharf“ gemacht.
In der Klinik SanaFontis setzen wir vor allem Interleukine, Interferone und verschiedene Antikörper-Vakzine zur spezifischen Immuntherapie ein.
Eine neue Behandlungsmöglichkeit des Non-Hodgkin-Lymphoms
Patienten, die am Non-Hodgkin Lymphom erkrankt sind, können in der Tumorklinik SanaFontis u.a. auch mit einer speziellen Immuntherapie behandelt werden. Das neue Behandlungsverfahren wurde vom ebenfalls in Freiburg ansässigen Biotech-Unternehmen Cellgenix in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hendrik Veelken am Universitätsklinikum Freiburg entwickelt. Der Impfstoff wirkt als aktive, spezifische Immuntherapie und wird als Idiotyp-Vakzine bezeichnet. Das bedeutet: Aus dem zuvor bei einer Biopsie entnommenen Lymphomgewebe eines Patienten wird sein eigenes, nur auf ihn zugeschnittenes Präparat hergestellt. Der Impfstoff besteht aus einem Eiweiß, das ausschließlich auf der Oberfläche der Lymphomzellen des Patienten, nicht jedoch auf der Oberfläche seiner gesunden Körperzellen vorhanden ist. Dieses Eiweiß bezeichnet man als Idiotyp.
Ziel der Behandlung ist die Aktivierung des eigenen Immunsystems des Patienten, so dass dieses die eigenen Tumorzellen gezielt zerstören kann. Die bislang vorliegenden Ergebnisse einer Phase I Studie zur Idiotyp-Vakzinierung haben gezeigt, dass die Behandlung wenig bis keine Nebenwirkungen hatte und selbst bei schwer immunkomprimierten Patienten in 65 Prozent der Fälle eine anti-Idiotyp spezifische Immunantwort nachgewiesen werden konnte. Weitere Studien zur Bestätigung der gewonnen Ergebnisse sind angelaufen. Da es sich bei dem neuen Impfstoff aber um ein Arzneimittel handelt, für welches nach gültigem Arzneimittelrecht bislang keine Zulassung erforderlich ist, kann es Patienten schon jetzt zur Verfügung gestellt werden. Eine Behandlung mit der Idiotyp-Vakzinierung ist derzeit bei den meisten Non-Hodgkin Lymphomen vom B-Zell Typ denkbar. Allerdings bestehen beim Non-Hodgkin-Lymphom auch andere Behandlungsmöglichkeiten. Hierzu zählen die Chemotherapie, die Immuntherapie mit Interferonen oder Antikörpern sowie die Strahlentherapie.
Welche Therapieform zu welchem Zeitpunkt die bestmöglichen Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung bietet, muss individuell beurteilt werden.
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